ROSENKRIEG!
Bewertung: ★★★★★
Ihre Kindheit und die Jugendzeit waren geprägt, da Annett in der DDR aufwuchs. Der Sommer 1988 war der letzte Sommer mit ihrer Clique, noch heute denkt Annett an die schmerzhafte Zeit zurück. Denn einer der fünf Freunde wurde zum Verräter und hat zwei andere denunziert.
Noch heute, Jahrzehnte später, lässt dieser Verrat Annett keine Ruhe und wiegt schwer. Sie nimmt sich eine Auszeit und fährt nach Wismar, in ihre alte Heimat. Denn sie spürt, dass sie erst mit der Vergangenheit abschliessen kann, wenn sie weiss, weshalb einer der Clique damals seine Freunde verraten hat.
Ich mag die Bücher von Ellen Sandberg sehr gerne. Denn sie verstrickt stets eine Handlung in der Gegenwart mit einem Strang in der Vergangenheit, in dem ausgezeichnete Recherchen dominieren. Die Autorin, die ja unter dem Pseudonym schreibt und mir als ausgezeichnete Krimiautorin Inge Löhnig bekannt ist, hat einen wunderbaren Schreibstil.
In "Das Unrecht" taucht man in Kapiteln der Vergangenheit tief ein in DDR Zeiten. Strenge Zeiten, in denen 5 junge Menschen versuchen ihren Weg zu finden. Sie sind zwiegespalten gegenüber dem DDR-Regime und haben Emotionen, Meinungen und Anschauung, die unter dem Deckel gehalten werden müssen. Und zeigen trotzdem Revolte gegen die Obrigkeit. Wie auch in anderen Büchern zeigt die Autorin wiederum ein Stück vergangene Geschichte Deutschlands. Teilweise war ich echt geschockt. Das mit dem Wissen, dass das Beschriebene wohl leider nur zu realitätsnah dargestellt ist.
Mischa, Annett, Peggy, Volker und Sandro geraten in einen Strudel von Stasi Macht und Gepflogenheiten. Einer von ihnen wird zum Verräter und ich war sehr gespannt, wer und wie perfide dieser Verräter geködert wurde. Hier hat die Autorin eine grosse Überraschung für ihre Leser eingebaut.
In den Kapiteln der Gegenwart, in denen Annett versucht herauszufinden, wer ihre Fluchtpläne damals verraten hat, geht es hoch her. Der Rosenkrieg, der beschreiben wird, hat mich emotional aufgeregt. Entsetzlich wozu narzisstische Menschen fähig sind.

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