BLUT MACHT NOCH KEINEN GUTEN THRILLER AUS...
Bewertung: ★★☆☆☆
Seit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Polizeidienst arbeitet Anka Jessen als Resilienztrainerin. Sechs Jahre zuvor wurde sie entführt und konnte entkommen. Verständlich, dass eine eingehende SMS sie sofort in den Alarmzustand versetzt. Mit dieser Nachricht hat ein unbekannter Absender GPS-Daten und das Wort Hilfe gesendet.
In einer einsam gelegenen Waldhütte findet Anka menschliche Körperteile, arrangiert wie in einer Ausstellung. Vieles erinnert die junge Frau dabei an ihre eigene Entführung. Da der Täter nie dingfest gemacht werden konnte, sieht sie ihre schlimmsten Albträume wahr werden!
Ist der Täter zurück und hat er es ein zweites Mal auf Anka abgesehen?
Schon nach wenigen Kapiteln habe ich mir gesagt, dass ich wohl wieder den zweiten Teil einer Reihe erwischt habe. Denn ich hatte den Eindruck nicht das erforderliche Vorwissen zu haben, um der Geschichte folgen zu können.
Ein Blick auf die Verlagsseite widersprach jedoch meiner Annahme. Denn "Blutwild" ist das Debüt der Autorin. Immer wieder wird angedeutet, was Jahre zuvor geschehen ist. Bedauerlicherweise hat es die Autorin verpasst, hier eine sorgfältige Ausarbeitung zu machen.
Damit muss ich leider sagen, dass hier grundlegend etwas falsch lief im Aufbau der Story. Zumindest aus meiner Sicht. Dazu kommt, dass die Handlung abgehackt und oftmals nicht rund ist. Kapitelweise wird mal hier, dann wieder mal da etwas erzählt. Der rote Faden fehlt jedoch oft. Dadurch hatte ich so meine Probleme am Ball zu bleiben.
Explizit und grauenhaft werden Tatorte beschrieben, aber auch Verletzungen werden beängstigend blutig und roh erwähnt. Leider machen blutig beschriebene Details noch lange keinen guten Thriller aus. "Blutwild" ist das beste Beispiel dafür.
Die grösste Baustelle ist meiner Meinung nach jedoch die Protagonistin. Anka Jessen ist seit der Entführung, mit folgender Unterschenkelamputation, schwer traumatisiert. Dies wird mehrmals erwähnt und auch ihre Albträume deuten auf ein Trauma hin. Trotzdem geht sie mutterseelenallein in diese Hütte in den Wald, ohne Hilfe anzufordern? Das passte für mich einfach nicht zusammen und sonderlich spannend waren ihre Ermittlungen auch nicht. Vieles geschieht durch Zufall und sehr oft konnte ich Ankas Handlungen nicht nachvollziehen.
Idee gut, Ausführung und vor allem der Erzählstil hat mir nicht zugesagt.

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