AMNESIE INKLUSIVE!
Bewertung: ★★★★☆
Lucy lebt seit fünf Jahren in L.A und hat nicht vor nach Plumpton, der Kleinstadt in der sie aufwuchs, zurückzukehren.
Fünf Jahre zuvor wurde die damals 24-Jährige nämlich verdächtigt ihre beste Freundin Savannah ermordet zu haben. Als Lucy trotzdem einwilligt beim achtzigsten Geburtstag ihrer geliebten Grossmutter dabei zu sein, merkt sie erst zu spät, dass der damalige Mordfall neu aufgerollt wird.
Ben Owen hat einen Podcast zu dem Mord an Savannah gestartet und befragt Personen ihres damaligen Umfeldes.
Hat sie oder hat sie nicht? Ist Lucy die Mörderin ihrer besten Freundin Savanah und hat sie fünf Jahre zuvor umgebracht? Lucy hüllt sich in Schweigen und konnte nicht überführt werden, auch wenn fast die gesamte Kleinstadt Plumpton, in der Lucy aufwuchs, davon ausgeht.
Ein Podcast, den Ben Owen startet, rollt die Ereignisse wieder auf. Auszüge dieser Sendungen mit Befragungen und Zeugenaussagen, sowie Berichten vom Umfeld des Opfers und der potenziellen Täterin, setzen den Leser nach und nach ins Bild über das Geschehene. Obwohl sehr viele verschiedene Personen zu Wort kommen, fand ich diese Einblicke sehr interessant und auch aufschlussreich. Daneben begleiten wir Lucy an den Geburtstag ihrer Grossmutter in jene Kleinstadt, in dem das Verbrechen damals geschah.
Lucy, die auf mich kühl und distanziert wirkte, konnte ich nicht richtig fassen. Sehr schnell habe ich begriffen, dass Amy Tintera die Figur wohl bewusst so charakterisiert hat. Sie nicht einschätzen zu können, hat nämlich die Frage, ob sie die Mörderin ist oder nicht noch vertieft.
Kleinstadtgerede, tuscheln hinter dem Rücken und immer wieder voreingenommene Verdächtigungen ... typisch Kleinstadt und hervorragend geschrieben. Ebenfalls sehr gut hat mir der Schreibstil gefallen. Immer wieder musste ich schmunzeln. Denn nicht nur Lucy verfügt über schwarzen Humor, auch ihre Eltern und ihre Grossmutter geizen nicht mit sarkastischen Kommentaren. Einzig Lucys mörderische Gedanken, die oft mit ihrem gedachten Satz "Lass uns ... töten" eingeleitet werden, fand ich etwas übertrieben. Sie denkt nämlich bei vielen Personen, die sie trifft, wie sie ihnen den Schädel einschlagen könnte.
Ich bin kein Fan von Amnesien in Thrillern, deren Träger sich im richtigen Moment erinnern und damit die Auflösung präsentieren. So fällt die Identität des Täters mehr oder weniger vom Himmel und ist leider auch in "All your pretty lies" der Fall.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem Penguin Verlag!

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