PLOT IST EIN KNÜLLER
Bewertung: ★★★★☆
Ihre neuste Arbeitsstelle beherbergt die perfidesten Straftäter: Anna Salomon tritt ihre neue Stelle als Anstaltspsychologin in der Justizvollzugsanstalt Weyer in Köln an. Serientäter, Psychopathen und Sadisten gehören von nun an zu ihren Patienten.
Die junge Frau hat dabei eigennützige Gründe, denn sie versucht durch ihre Anstellung ein Trauma in ihrer Vergangenheit zu heilen.
In den Gesprächen mit den Insassen der sozialtherapeutischen Abteilung versucht sie Lücken in der Vergangenheit zu füllen ... bis sie anonyme Schreiben erhält.
Nach dem Sarah Bestgen mit ihrem Debüt "Happy End" von mir die volle Punktezahl bekommen hatte, war ich sehr auf ihr neustes Buch gespannt. "Safe Space" ist gut, jedoch im Vergleich zum Debüt der Autorin schwächer.
Die Arbeit der Protagonistin, die als forensische Psychologin im Hochsicherungsgefängnis mit den perfidesten Mördern Deutschlands arbeitet, wird dem Leser gut vermittelt. Man merkt sehr gut, dass die Autorin ein Studium in Psychologie absolviert hat. Manchmal wird es (zu) sehr theoretisch. Als Anna Salomon Wörter wie "Introsektionsfähigkeit" oder "kognitive Distanzreduktionen" in dem Mund nimmt, haben nicht nur ihre Patienten Bahnhof verstanden.
Die Geschichte lethargisch und schleppend machen Annas kreisende Gedanken, die ich hier leider nicht verraten darf. Gerade im Mittelteil werden diese oft thematisiert und hier habe ich oft gedacht, dass die Handlung einen Plot Twist oder Knall vertragen könnte. So geht es oft um das Trauma ihrer Vergangenheit, an das sie immer wieder denkt und das den Lesern immer wieder serviert wird. Der Plot, der aus der Motivation Annas in der Justizvollzugsanstalt zu arbeiten, gestrickt ist, fand ich den Knüller der Geschichte.
Viele Perspektivwechsel, verschiedene Zeitebenen und Tagebucheinträge einer Schlüsselfigur machen die Story abwechslungsreich. Leon, eine wichtige Figur in dem Ganzen, erzählt zudem in Ich Perspektive über seine Kindheit, die harte Kost ist.
Der im Mittelteil vermisste Plot Twist kommt gleich in doppelter Ausführung zum Schluss. Einem Schluss, der zwar überraschend, aber auch sehr konstruiert ist.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei netGalley und dem Lübbe Verlag

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