FAMILIENBANDE
Bewertung: ★★★★☆
50 Jahre sind Jon und Anna verheiratet und ihre drei Kinder organisieren zu diesem Anlass ein gemeinsames Wochenende in den Bergen. Im Berghotel Innsotra wollen Anette, Dorte und Karl nicht nur das Jubiläum ihrer Eltern feiern. Sie freuen sich auch auf ein Treffen nach langer Zeit.
Ein Unwetter, mit einem nahe gelegenen Murenabgang, schneidet die Gruppe, die aus der Familie, dem Hotelier Ole und zwei Jägern, die auf der Jagd vom Unwetter überrascht wurden, von der Umwelt ab.
Die Familie, die sich nicht mehr oft sieht, muss sich damit auseinandersetzen, dass sie wohl oder übel für einige Zeit nah aufeinander sitzen. Dann geschieht etwas, was ihre Beziehung untereinander klärt.
Mit klaren Sätzen und leisen Untertönen zeichnet die Autorin ein Szenario, das sich niemand wünscht. Eine Gruppe, vorwiegend Mitglieder einer Familie, sitzt bei einem Unwetter in einem einsam gelegenen Berghotel. Jon und Anna, die mit ihren erwachsenen Kindern Dorte, Anette und Karl, sowie Schwiegersohn Jan Inge angereist sind. Sehr schnell sieht man, wie die einzelnen Mitglieder der Familie ticken und wie sie sich untereinander verstehen. Mir waren nicht alle Figuren sympathisch. Sie alle fügten sich jedoch passend in die Geschichte ein.
Wie es oft in Familien so ist, hängt viel Ungesagtes in der Luft und nun, in dieser Ausnahmesituation, kommt dieses ans Tageslicht. So weit, so gut und der Klappentext. Ich verstehe wohl einfach etwas anderes unter Konflikten. Denn was die Mitglieder dieser Familie für Konflikte haben, ist in meinen Augen nicht mal eine Reiberei. Kein böses Wort, keine Anschuldigungen und alle bleiben nett und höflich. Das hätte vielleicht der Handlung gutgetan, denn bedauerlicherweise plätschert diese in der ersten Hälfte leicht vor sich hin. Grandios wird es dann ab dann, als die Jäger und ihre Rucksäcke in die Handlung integriert werden. Das war dann ganz grosses Kino, wie die Handlung sich rasant entwickelt und wie sich die Familie zusammenrottet.
Was mir wirklich gefallen hat, ist die Art des Schreibstils. Setting bedingt spielt auch die Natur eine zentrale Rolle. Murenabgang, Unwetter und zentrales Thema, die Überpopulation von Wölfen, die den Einheimischen das Leben schwer machen, indem sie ihre Schafe reissen.
Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Jeder Tag in dem Hotel, also Freitag, Samstag und Sonntag, stellt einen Teil. Neun Figuren und ein Hund bestreiten die ganze Handlung. Langweilig wird es dadurch nicht. Mir hat dieser Roman gut gefallen, denn die Entwicklung, die die Story nimmt, hat mich überrascht.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem btb Verlag

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