BENÖTIGT ANLAUFZEIT!
Bewertung: ★★★★☆
Sie erfüllt sich ihren Traum. Suzanna Peacock eröffnet in Dere Hampton, wo sie mit ihrem Mann Neil lebt, einen kleinen Laden.
Das Paar ist erst gerade in das Städtchen, in dem Susanna aufgewachsen ist, gezogen. Neil wünscht sich Kinder, doch Susanna zögert. Denn es fehlen ihr Wurzeln.
Sie kennt weder ihre leibliche Mutter, noch ist sie sich sicher, ob sie Neil wirklich liebt. Ihre Hilfe im Laden, die junge Mutter Jessie, holt Suzanna aus ihrem Tief ... sie und Alejandro, ein neuer Kunde.
Man sollte sich darauf einstellen, dass der erste Teil, der über 80 Seiten geht, rein gar nichts mit dem Klappentext gemeinsam hat. Denn in diesem ersten Teil landet man in Norfolk, in den frühen 60er Jahren. Themen wie Debütantinnenpartys oder Fuchsjagden stehen im Zentrum. Ich habe mich in diesem Teil und der Passage rund um Vivi, einer jungen Frau, die unglücklich verliebt in ihren Freund aus der Kindheit ist, zwar gut unterhalten. Als wirr empfand ich diesen Teil im Hinblick auf die Inhaltsangabe des Buches. Ich konnte weder Figuren noch Handlung einordnen.
Unterhaltsam hingegen ist auch der Werdegang dieses Freundes der Kindheit, der sich anderweitig verliebt und sogar heiratet. Seine Frau ist ein unabhängiger, wankelmütiger und launischer Charakter.
Was für ein Schocker zu der damaligen Zeit.
Wie dieser Teil mit der Hauptgeschichte, die übereinstimmend zum Klappentext mit dem zweiten Teil startet, vereinbar ist, bleibt lange Zeit offen.
Dann, in Teil 2, tritt Suzanna, die wir ja vom Klappentext kennen, auf den Plan. Was habe ich mich lange Zeit mit dieser Protagonistin schwergetan. Sie ist chronisch unzufrieden, unfreundlich und egoistisch. Sie lebt ihren Lebenstraum, ein Geschäft mit integrierten Café, ohne Rücksicht auf Verluste. Erst nach und nach kam ich dahinter, weshalb Suzanna ist wie sie nun mal ist. Und genau hier entdeckt man Parallelen zum ersten Teil und das ganze verbindet sich harmonisch.
Ein dritter Strang und der kürzeste, zeigt den Werdegang des jungen Alejandro. Der junge Argentinier geht bald in Suzannas Café ein und aus. Mit dieser Figur begibt sich der Leser von Buenos Aires nach England. Jojo Moyes hat bei vielen (Neben)Figuren das Leben detailliert ausgearbeitet und auch nebensächlichem Raum gegeben. Das war mir ab und zu etwas viel und ausschweifend, denn dadurch fällt es manchmal schwer den Überblick zu behalten.
Die Story wandelt sich zu einer dezenten Liebesgeschichte, sowie zu einer Familiensaga. Meist nicht rosarot und heile Welt, jedoch fesselnd.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen