EIN LESEVERGNÜGEN
Bewertung: ★★★★★
Das Entsetzen im Internat Folly View College im Städtchen Thorncombe ist gross. Eine Gruppe Pfadfinderinnen entdeckt am Tag nach Halloween eine Tote bei dem Turm, der in der Nähe des Schule steht.
Die Internatsschüler, die am Abend zuvor eine Party im Wald rund um den Turm gefeiert haben, werden in die Ermittlungen einbezogen.
Detective Inspector Ben Chase von der Avon & Somerset Police ist persönlich betroffen, denn seine Tochter Ellie war im selben Jahrgang an der Schule wie die Tote. Zudem arbeitet seine Exfrau Rachel als Schulpsychologin in dem Internat.
Wie auch in ihrem Buch "Das Wochenende" hat mich die Autorin wieder komplett überzeugt. Ein gut durchdachter Plot, eine spannende Ausgangslage, logisch erscheinende Ermittlungen und überzeugende Figuren haben diesen Thriller zu einem Lesevergnügen gemacht. Im Mittelpunkt des Ganzen steht Ellie, eine 17-Jährige kunstbegeisterte und sich für die Umwelt einsetzende Schülerin des Internats, sowie ihre Eltern.
Ihr Vater ist Ben Chase, ein engagierter DI der örtlichen Polizei. Er lebt getrennt von seiner Frau und Tochter und ist kurz davor eine neue Familie zu gründen. Ellies Mutter Rachel bringt sich als Schulpsychologin des Internats bei dem Mordfall ein. Sie hat zudem Angst um ihre Tochter und muss sich mit den neuen Lebensplänen ihres Ex-Mannes arrangieren.
Es spielt etliches an Familienleben mit. Dieses macht die Handlung lebendig und glaubhaft. Zugleich ist der Fall rätselhaft und unvorhersehbar. Ich hatte viele Theorien, wer für den grausamen Mord verantwortlich sein könnte und ich habe ebenso viele wieder verwerfen müssen. Eine Bereicherung ist die Sicht der Schulpsychologin Rachel auf die Auswirkungen des Mordes für die Jugendlichen. Diese waren realistisch und dicht beschrieben. Diese Sicht hebt das Grauen auf ein zusätzliches Level.
Hannah Richell versteht es meisterhaft viele falsche Spuren zu legen und hebt damit für ihre Leser den Rätselfaktor auf ein hohes Level. Dazu kommt ein gruseliges Setting. Angefangen mit der Passage, der Autostrecke "Sally in the Wood", bis zu dem grossen Finale, kurz bevor die (für mich überraschende) mordende Figur geschnappt wird. Die Autorin hat mit wenig Blut, dafür mit viel gruseliger Atmosphäre eine Geschichte erschaffen, die einen regelrechten Sog entwickelt hat.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei NetGalley und dem Rowohlt Verlag.

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