UEBERRASCHENDE RICHTUNG
Bewertung: ★★★☆☆
Es ist kalt, es schneit und Eve Palmer ist alleine zu Hause. Es klingelt an der Türe des Hauses in Oregon, das sie und Charlie erst seit kurzer Zeit bewohnen. Vor der Türe steht eine ihr unbekannte Familie. Der Vater bittet, seiner Frau und den Kindern, das Haus von innen zeigen zu dürfen. Er ist in dem Haus an der 3709 Heritage Lane aufgewachsen und die Familie hat auf gut Glück Halt gemacht.
Zögernd lässt Eve die Fremden hinein und führt sie herum. Als diese sich verabschieden wollen, ist die kleine Tochter verschwunden. Für Eve und ihre Lebenspartnerin Charlie, die noch in der Anwesenheit der Familie zurückkehrt, beginnt ein Albtraum...
"Die Besucher" ist das Debüt von Marcus Kliewer und wurde bei Netflix verfilmt. Zudem ist die Geschichte auf Reddit häppchenweise als Serie erschienen. Ich finde, beides merkt man der Story an. Sie kam mir nämlich leicht zerstückelt und weniger rund im Ganzen vor.
In einzelnen Passagen bekommt man viel Effekthascherei, wie das Verschwinden des Kindes, das ewig lange ausgeschlachtet wird und die Handlung stocken lässt. Oder die depressiven Gedanken von Eve, die sich in einigen Kapiteln in Dauerschleife drehen. Dabei leidet die Atmosphäre im normalerweise gruseligen Setting: einem alten Haus, das sich nicht nur im Umbau befindet, sondern auch äusserst abgelegen liegt. Zudem wird das Haus mehr und mehr abgeschnitten in dem herrschenden Schneesturm.
Die Frage, was die seltsamen Besucher, die extrem religiös scheinen, im Sinn haben, hat mich dranbleiben lassen. Es wabern religiöser Fanatismus, übernatürliche Elemente und Kriminalität mit und es war bis zum Schluss unvorhersehbar, in welche Richtung es geht. Schlussendlich eine Richtung, die ich nicht erwartet habe und mich sehr überraschen konnte. Allerdings blieben offene Fragen und ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob ich die Auflösung ganz und richtig erfasst habe.
Verwirrend empfand ich die eingeschobenen Auszüge aus Dokumenten, Abschriften, Polizeiberichten und Artikeln. Einige machen mir auch im Nachhinein, nach Beendigung des Buches, keinen Sinn.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Goldmann Verlag und dem Bloggerportal.

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