GUTES JUGENDBUCH
Bewertung: ★★★★☆
Connie Moore, 18 Jahre alt, ist Pianistin und sehr begabt. Es ist ein Schock für ihre Grossmutter und ihre Mutter als die renommierte Royal Academy of Music Connie ablehnt.
Plan B ist ein Literaturstudium. Dafür zieht Connie in eine Studenten-WG, wo sie sich weder heimisch noch wohlfühlt. Denn sie will sich auf ihr Studium konzentrieren und ihre Mitbewohner frönen dem Studentenleben: Partys, Alkohol und neue Leute kennenlernen.
Charlotte, die auch in der WG wohnt und Musik studiert, hat sich zudem in den Kopf gesetzt, Connie in genau dieses soziale Leben zu integrieren. Sehr schnell sind sich Connie und Charlotte sympathisch. Connie komponiert ein Lied für Charlotte, denn sie fühlt mehr als nur Sympathie.
Das Buch wird als Coming-Age-Story beworben und das mit Recht. Die Entwicklung Connies zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Im Mittelpunkt steht ihr Weg zum Erwachsenwerden. Sie versucht herausfinden, was und vor allem wen sie in ihrem Leben haben will.
Die Protagonistin schien mir zeitweise etwas nerdig und weltfremd. Sie scheint mit ihren 18 Jahren aus einer anderen Zeit gefallen. Connie hat so was wie eine soziale Phobie, möchte eigentlich nur alleine sein. Sie regt sich über Durcheinander auf und nimmt alles wörtlich, was andere so sagen. Ab und zu habe ich mich gefragt, ob sie das Asperger-Syndrom hat. Die Figur Connie ist mit viel Tiefe charakterisiert worden. Ich habe ihre Mitbewohner bewundert, dass sie so ruhig und engagiert bleiben im Umgang mit ihr.
Es sind Drogen im Spiel, es wird kräftig Alkohol getrunken und geflirtet. Bei letzterem kommt auch die queere Komponente ins Spiel. Musik spielt eine grosse Rolle und auch Literatur. Beide Themen hätte ich nun nicht unbedingt wieder und wieder lesen müssen. Vor allem Connies Hinweise zu bestimmten Schriftstellern waren etwas zu zahlreich.
Ganz, ganz schlimm und grenzwertig fand ich Connies Grossmutter, die Leistung, Leistung und noch mehr Leistung von ihrer Enkelin fordert und erwartet.
Der Schreibstil ist gut geeignet für das empfohlene Lesealter von 14 Jahren.
Schade jedoch, mussten so viele Alkoholexzesse und Drogenkonsum in den Inhalt gepresst werden. Ich denke, man hätte das lustige Studentenleben, die Auslotung von Grenzen auch ohne, dass alle paar Seiten jemand komplett dicht war oder gek... hat, abgenommen. Gegen Schluss wird es emotional. Die (Liebes) Geschichte nimmt eine tolle Wendung, die ich nicht haben kommen sehen und die mir gefallen hat.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Insel Verlag und Vorablesen.

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