Mittwoch, 21. Oktober 2026

Verlorene Schäfchen / Madeline Cash

SATIRE

Bewertung: ★★★★☆



Catherine Flynn ist sich ihrem Ehemann Bud und den Anforderungen als Mutter der drei gemeinsamen Töchter Abigail, Louise und Harper überdrüssig. Sie plädiert für ein "Arrangement" und findet kein offenes Ohr bei Bud. Er ist entsetzt, lebt im Familienauto in der Garage und flüchtet in eine Selbsthilfegruppe, die sich "die verlorenen Schäfchen" nennt. Dort erkennt er, dass ein "Arrangement" auch ihm von Nutzen sein könnte.

Die drei Töchter versuchen aus der Misere des Familienlebens zu flüchten. Abigail, indem sie rebelliert und sich einen Freund sucht, der den Eltern nicht genehm ist. Die mittlere Tochter Louise, bisher angepasst, versucht sich bei einem Schönheitswettbewerb anzumelden. Dies mit unkonventionellen Mitteln. Harper, die jüngste der Familie Flynn, hingegen wird noch verhaltensauffälliger als bisher.

Madeline Cash hat mit diesem Buch einen Familienroman geschaffen, der völlig anders als andere Geschichten, in denen Familien im Mittelpunkt stehen, daherkommt. Als Familienroman der Stunde, wie er angepriesen wurde, würde ich ihn zwar nicht betiteln. Mir hat aber die satirische Seite und der Witz im Schreibstil gefallen. 

Teilweise ist die Handlung und die Dialoge überspitzt geschrieben. Das Ziel, ihre Leser zu amüsieren und unterhalten, hat die Autorin bei mir erreicht. Ich fand vor allem den Umgang von Bud mit seinen Töchtern herrlich witzig und spritzig. Ich musste sehr oft schmunzeln, wenn er zum Beispiel mit seiner Jüngsten, Harper, über seinen neuen Lebensplan diskutiert.

Die Familie Harper ist sicher das Klischee einer Vorortsfamilie, in der jeder sein Ding macht und sich nicht gross um die anderen Mitglieder schert. 

Catherine, Mutter von drei Töchtern, die aus Prinzip nicht kocht und einkauft, ist sich der gewählten Lebensform überdrüssig und sucht Ablenkung. Das hatte fast schon etwas Tragisches. 

Bud, zuerst geschockt, orientiert sich anderweitig und landet bei der titelgebenden Selbsthilfegruppe. Die drei Töchter, alle drei in der Pubertät, versuchen sich auch ohne sicheren Hafen, ihren Eltern, in dieser Krise zu behaupten.

Mir hat der Aufbau sehr gefallen. Abwechslungsweise werden die Familienmitglieder und 2,3 Schlüsselfiguren in den Mittelpunkt der Handlung gerückt. Dadurch erkennt man, was sie denken und fühlen und ihre Sicht auf das chaotische Geschehen. Damit zuallerletzt mein Kritikpunkt. Die Handlungen der Figuren sind ab und zu chaotisch und an den Haaren herbeigezogen. Ich hatte dadurch öfters den Eindruck, da wird auf "gewollt lustig" gemacht...

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