Mittwoch, 9. September 2026

Never Knowing. Endlose Angst / Chevy Stevens

GUTE UNTERHALTUNG

Bewertung: ★★★★☆





Schon ihr Leben lang weiss Sara, dass sie im Gegensatz zu ihren Schwestern, als Baby adoptiert wurde. Ebenso lange fragt sie sich, wer ihre richtigen Eltern sind. Nun, vor der Hochzeit mit Evan und als Mutter der sechsjährigen Ally, will sie endlich wissen, woher sie stammt. 

Ihre Suche führt sie zu ihrer leiblichen Mutter, die schockiert jeden Kontakt ablehnt und Sara zurückweist. Nach weiteren Recherchen wird Sara der Grund dafür klar. Ihr leiblicher Vater ist einer der übelsten Serientäter in der Geschichte Kanadas. 

Schon bald wünscht Sara sich, die Suche nach ihren leiblichen Eltern nie aufgenommen zu haben...

Mir hat die Mischung aus Familiengeschichte und Psychothrill sehr gefallen. Beide Themen sind ausgeglichen in der Handlung vertreten und sorgen einerseits für spannende Szenen, andererseits für ruhige Passagen. 

Sara weiss seit ihrer Kindheit, dass sie adoptiert wurde und wächst mit ihren jüngeren Schwestern, die die leiblichen Kinder ihrer Adoptiveltern sind, auf. Ihre Adoptivmutter ist lieb, hat aber gesundheitliche Probleme. Ihr Adoptivvater zieht eindeutig seine leiblichen Töchter vor. Er gibt Sara bis ins Erwachsenenalter zu spüren, dass sie bei ihm erst an letzter Stelle kommt. Sein Verhalten hat mich sehr oft erzürnt. Was für ein Ekel.

Sara scheint mit ihren Vätern, egal ob leiblich oder Adoptionsvater, kein gutes Händchen zu haben. Ihr leiblicher Vater ist nämlich der berüchtigte Campsite-Killer, mordet seit 35 Jahren und ist ebenso lange auf freiem Fuss. Bei der Polizei zeigt sich ein Hoffnungsfunke, ihn endlich zu fassen...und dieser Funke heisst Sara. Ich fand zwar, die Polizei wagt sehr viel! Indem sie dem Serientäter seine Tochter direkt vor die Nase setzt und ihn versucht zu ködern. Ich habe das jedoch irgendwann unter künstlerische Freiheit der Autorin abgetan. 

Die Entwicklung, die die "Beziehung" zwischen Sara und ihrem Vater nimmt, ist beängstigend und sorgte für Gänsehaut. Einerseits versucht sie ihn zur Strecke zu bringen, andererseits ist da auch in einigen Belangen Verständnis. Die telefonischen Kontakte zwischen Vater und Tochter ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Zum Schluss hat Chevy Stevens noch eine Wendung eingebaut, die mich überrascht hat.

Nach anfänglichem Gefühl, die Handlung kommt nicht in die Gänge, hat sich schon bald ein Sog entwickelt. Ich wollte...musste... einfach wissen, wie es weitergeht und habe am Schluss das Buch mit dem Gefühl guter Unterhaltung zugeklappt.

1 Kommentar:

  1. Hallo Irene,

    manche Thriller brauchen ihre Zeit bis sie dich gefangen nehmen. Hört sich jedenfalls gut an. Schön, dass du so gefesselt wurdest. :)

    Liebe Grüße
    Nicole

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