Sonntag, 6. September 2026

Der Clan. Die Strasse / Pascal Engman

AUFTAKT!

Bewertung:★★★★☆



In Sollentuna, einem Vorort von Stockholm, regiert die Familie Mansour. Drogenhandel, Schlägereien, Gewalt,  Unterdrückung, Schutzgelderpressung...die Liste der Vergehen ist lang.

Die Einwohner leiden unter dem Clan, der Mafia ähnlich organisiert ist. 

Josef Mehrabi ist 19 Jahre alt und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Er kann sich, durch eine zündende Idee, dem Clan anschliessen und sieht sich am Ziel seiner finanziellen Probleme. Die gleichaltrige Antonia Strauss hingegen flüchtet nach einem traumatischen Erlebnis aus Schweden.

Hjalmar Noren, Polizist in Stockholm, versucht dem Clan das Handwerk zu legen. 

Sie alle müssen erkennen, dass die Hand des Clans weit reicht...

Dieses Buch ist der Auftakt in eine neue Reihe, in dessen Mittelpunkt der Mansour-Clan steht. Wo sie sind, herrscht Angst und Gewalt ist nicht weit. Da werden junge Mädchen in Schwimmhallen belästigt, mit Drogen gehandelt oder Geld gewaschen. Und das fast immer straffrei und ohne Konsequenzen. Denn der Clan herrscht nicht nur über die Bevölkerung in dem Stockholmer Vorort, sondern dirigiert auch die Behörde, Politik und Teile der Ordnungsbehörde.

Etliche Erzählstränge machten mir den Start nicht leicht. Viele Figuren mit ihren Nebengeschichten mischen mit und öfters musste ich überlegen, wer wohin gehört. Dies vor allem bei den vielen Namen der Mitglieder des Mansour-Clans. 

Die Geschichte ist mit all der vielschichtigen Kriminalität düster und gewaltvoll. Die Handlung empfand ich ab und zu doch als etwas zäh und langfädig, dies vor allem zu Beginn der Geschichte. Es gibt aber auch etliche Passagen, da lief es mir kalt den Rücken runter. So brutal und roh wie der Clan das Zepter führt, das war schon eindrücklich beschrieben. Es gibt immer wieder Szenen, bei denen ich schlucken musste.

Die Figuren sind gut charakterisiert. 

Da ist zum Beispiel Josef Mehrabi, der bei seiner Mutter aufwächst, die chronisch verschuldet ist. Josef ist das Beispiel junger Leute, die versuchen sich aus der Armut zu befreien und in falsche Kreise abrutschen. 

Eine weitere Figur ist Antonia Strauss, die Mobbing vom schlimmsten erlebt und versucht so schnell wie möglich Schweden den Rücken zu drehen. Antonia geht jedoch auch in Mailand, wo sie landet, durch Höhen und Tiefen. Sie versucht, als Model ihren ehemaligen Peinigern etwas zu beweisen. Diese Motivation habe ich nicht ganz nachvollziehen können, ich fand sie weit hergeholt. 

Eine eindrückliche Lebensgeschichte erlebt Zara Mansour, die Tochter des Clanchefs. Mit ihr habe ich buchstäblich mitgelitten und gehofft, dass sie heil durch ihre Jugendzeit kommt. 

Hjalmar Noren ist der Polizist, der versucht der Kriminalität Herr zu werden. Sich gegen einen ganzen Clan zu behaupten, ist nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der Realität fast ein Ding der Unmöglichkeit. 

Das Ende hat Pascal Engman offen gestaltet, da es eine Trilogie werden soll. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der im Januar 2027 erscheinen soll.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei Vorablesen und dem Piper Verlag.

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