EIN LEBEN OHNE VERGANGENHEIT
Bewertung: ★★★☆☆
Rose und Landon lernen sich im College in Vermont kennen, verlieben sich ineinander und versprechen sich, das Leben gemeinsam zu verbringen. Für Landon ist Rose die Liebe seines Lebens. Nach einem einschneidenden Ereignis sehnt Rose sich jedoch nach einem Neuanfang.
Sie beschliesst die Vergessenspille, eine medizinische Neuheit, einzunehmen und ihr vertrautes Leben hinter sich zu lassen. Landon, der Rose nicht vergessen kann, reist ihr nach und versucht sie zurückzugewinnen.
Für sie ist er ein Fremder. Er vertraut jedoch darauf, dass die Gefühle, die sie in der Vergangenheit für ihn hegte, wieder zum Leben erwachen.
Als Liebesroman wird "Genug für ein halbes Leben" eingereiht. Was meiner Meinung nach zu grossen Teilen berechtigt ist. Doch nicht nur. Denn in dem Buch steckt auch eine Prise Science Fiction. Die Geschichte ist futuristisch angehaucht, denn der Plot wird durch eine medizinische Spielerei vorgegeben. Wichtig für die Handlung ist eine Pille, die jegliche Erinnerungen löscht. Man fängt nach der Einnahme mit einer Blankokarte seine Zukunft an. Was war, was man bisher erlebt hat, gerät in Vergessenheit. Genau diese Vergessenspille hat Rose eingenommen und dadurch ihr vorheriges Leben ad acta gelegt.
Gute Idee, jedoch für mich nicht überzeugend durchdacht. Rose vergisst, wer sie war, wen sie geliebt hat, was sie erleiden musste, jedoch keine grundlegenden Sachen wie Lesen, schreiben, Fremdsprachen? Das ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Mich hat mit dieser unausgegorenen Idee die Geschichte nicht so richtig überzeugt.
Eine zweite Baustelle in dem Buch sind die Wechsel der Zeitebenen, die nicht deklariert sind. Von Kapitel zu Kapitel können diese wechseln. Manchmal liest man ein Kapitel, in dem sich Rose und Landon kennenlernen. Dann folgt ein Kapitel, nach der Einnahme der Pille und weiter geht es, als sie heiraten. Das war etwas unübersichtlich und chaotisch und ich musste oft eine oder zwei Seiten lesen um zu wissen, wo die Autorin nun zeitlich steckt.
Gefallen hat mir die Tiefe der Liebesgeschichte, die ich nicht als kitschig empfand. Vor allem der Grund für die Pilleneinnahme, das einschneidende Ereignis in der Vergangenheit, hat für Spannung gesorgt. Die Autorin nähert sich nämlich dem grossen Finale, was in der Vergangenheit geschah, langsam an.
Ebenfalls erreicht, hat mich Landons Liebe zu Rose und ihre Zerissenheit zwischen Trauer und Liebe.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem Heyne Verlag.

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