Donnerstag, 2. Juli 2026

Der Schlüssel / Katrin Peterson

UNBEDINGT LESEN

Bewertung: ★★★★★



Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt Sarah von München, wo sie lebt, zurück in ihr Elternhaus. Ihre jüngere Schwester Kim hat die Mutter bis zum Tod gepflegt und lebt nun alleine in dem alten Haus am Waldrand. 

Per Zufall entdeckt Sarah einen alten Schlüssel, der ihr Tür und Tor zu einem Ort öffnet, der den Schwestern einiges aus ihrer Kinder und Jugendzeit vor Augen führt. Sarah versteht plötzlich, was damals alles schiefgelaufen ist. Während Kim, wie ihre Mutter zuvor, die Augen verschliesst vor der Wahrheit. 

Als die Schwestern einen Rucksack finden, müssen sich beide ihrer Vergangenheit stellen.

In wechselnden Kapiteln, aus der Sicht mehrerer Figuren, öffnet sich für den Leser ein haarsträubender Psychothriller. 

Manchmal steht Sarah im Mittelpunkt. Sie versteht erst nach der Rückkehr in das Elternhaus, was in ihrer Kindheit alles schiefgelaufen ist. Als 18-Jährige ist sie regelrecht aus dem Elternhaus geflüchtet. Inzwischen ist sie erwachsen und erkennt, dass alles noch sehr viel traumatischer war als gedacht. 

Weiter liest man über Charly, einer Jugendlichen, die damals in dieselbe Schule ging wie Kim. Charlene "Charly" wächst vaterlos und mit einer kranken Mutter auf. Für mich war es ein Schock zu erfahren, was mit ihr geschah. 

Ihr Freund aus Kindertagen, Janis, spielt in der Vergangenheit und der Gegenwart eine wichtige Rolle. 

Kim, die als eine Art Einsiedlerin lebt, ist das beste Beispiel dafür, wie viel Macht Eltern haben. Was Hänschen nicht lernt .... usw... Absolut schockierend empfand ich, wie Kim in der Gegenwart lebt. Sie ist zudem das beste Beispiel dafür, wie Gehirnwäsche funktioniert. Ich konnte Kim über weite Teile der Geschichte nicht recht fassen. Erst ganz zum Schluss zeigt sie, was in ihr steckt. Eine grandiose Charakterisierung dieser Figur.

Vor allem die Passagen, die 16 Jahre zuvor handeln, bestechen mit einer bedrohlichen Atmosphäre. Hier kam es vor, dass ich oft atemlos weitergelesen habe. Mit der Zeit entwickelt sich der eigentlich harmlose Fund eines Schlüssels zu einem Cold Case. Ich war absolut entsetzt über das Grundthema und das ist sicher nichts für sensible Leser. 

Die Auflösung ist anders als gedacht. Sehr komplex ist die Frage, was geschehen ist. Jedoch so überraschend und nachvollziehbar, dass ich das Buch mit einem beglückenden Gefühl zugeklappt habe.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei der Bloggerjury.

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