Dienstag, 7. Juli 2026

Das rote Zimmer / Nicci French

PLAUDERTASCHE...

Bewertung: ★★★☆☆



London: Eine junge Frau wird ermordet und dieser Mordfall lässt die junge Ärztin Kit Quinn nicht mehr los. Der für den Mord Verdächtigte ist ein Patient von Kit. In die Enge getrieben, verletzt er Kit beim Verhör durch die Polizei. 

Ein weiterer Mord verunsichert Kit zutiefst. Denn sie ist nach wie vor von der Unschuld ihres Patienten überzeugt. 

Sie sieht Parallelen zwischen den beiden Fällen und wird von der Polizei gebeten als externe Beraterin bei den Ermittlungen zugegen zu sein.


Diese Geschichte beginnt philosophisch und ich war erstaunt darüber. Denn so kenne ich den Schreibstil des Autorenduos Nicci French nicht. Zudem zieht sich die Geschichte zu Beginn ziemlich und es dauert und dauert bis dann mal was Interessantes geschieht.

Mit der Protagonistin Kit Quinn konnte ich mich schwer anfreunden. Sie arbeitet einerseits als Ärztin in der Wellbeck Klinik und andererseits in Market Hill, einem Krankenhaus für Verbrecher mit psychischen Problemen. So etwas wie Schweigepflicht kennt die junge Ärztin nicht. Sie plaudert munter Details ihrer Patienten heraus. Allem voran mit der Polizei über ihren Patienten, der verdächtigt wird einen Mord begangen zu haben. 

Oder aber sie plaudert mit einer Bettgeschichte oder ihrer Untermieterin über ihre Arbeit mit der Polizei und über die Ermittlungen. Manchmal hatte ich zudem das Gefühl Kit benötigt eigentlich selbst eine Therapeutin. Sie ist durch den frühen Tod ihrer Mutter traumatisiert und gezeichnet von der Trennung von ihrem Exfreund. Zudem lässt sich von einer alten Schulfreundin ausnutzen, die kurzerhand zu ihr zieht und sich teilweise übergriffig verhält. Es wurde mir etwas viel ... Kits konfuse Überlegungen und detailliert beschriebenen Passagen ihres Privatlebens. 

Positiv fand ich die komplexe Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Ärztin. Allerdings fragte ich mich doch das eine oder andere Mal, was die Ermittler für eine Ausbildung absolviert haben, da sie nicht selbst auf gewisse logische Sachverhalte kommen. 

Die Geschichte bietet hingegen ordentlich Gelegenheit, um mitzurätseln. Es gibt da die verschiedensten Möglichkeiten, wie die Taten zusammenhängen könnten oder wer als Täter infrage kommt.

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