FINNLAND-KRIMI-FIEBER
Bewertung: ★★★★★
Laura Törmänen ist 13 Jahre alt als sie verschwindet. Ihre Mutter Eveliina meldet sie bei der Polizei als vermisst. Hauptkommissarin Linda Toivonen muss zwei Tage später den Vermisstenfall als Mordfall einordnen.
Laura wurde ermordet und ihr Chatverlauf zeigt, dass sie intensiv Nachrichten mit einem User, der sich Peter Pan nennt, ausgetauscht hat.
Die Kripo in Pori entdeckt, dass weitere vermisste Kinder wohl auf dieselbe Masche hereingefallen sind und decken auf, dass auch sie mit Peter Pan geschrieben hatten.
Obwohl dieses Buch hier der vierte Band der Reihe ist, hatte ich keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Die kriminalistische Seite ist in sich abgeschlossen und im Privatleben der Ermittler wird Wichtiges kurz erklärt. Dieser Band hat mir nun definitiv Lust auf mehr gemacht und ich habe mir direkt den ersten Band bestellt. Man kann also sagen, dass Finnland-Krimi-Fieber hat mich gepackt.
Zentrales Thema sind Jugendliche, auf der Suche nach ihrer Identität, die im Internet in diversen Foren herumstreifen. Dabei geraten sie in ein Haifischbecken der Kriminalität und skrupellosen Männern, die Schlechtes im Sinn haben. Topaktuell beschreibt Arttu Tuominen über die Gefahren der heutigen Kinder, auf der Schwelle zum Erwachsen werden. Mir ist diese Serie an Vermissten und Toten sehr eingefahren, handelt es sich doch hauptsächlich um 12- bis 14-Jährige. Andererseits haben diese Gräueltaten leider einen Bezug zur Realität.
Protagonistin Linda Toivonen ist selbst Mutter einer Tochter in dem Alter der vermissten Mädchen. Ihre Angst, dass ihr Kind auch in die Fänge von Peter Pan gerät, konnte ich nachvollziehen. Ihre Reaktionen sind teilweise grenzwertig, aber auch dieser alles einnehmenden Angst geschuldet.
Ebenfalls nachvollziehbar ist, dass sie alkoholabhängig wurde. Dies, obwohl sie mit einer alkoholabhängigen Mutter aufwuchs und genau dieselben Muster zeigt, wie diese. Kursiv geschriebene Kapitel zeigen zudem Sequenzen aus der Jugendzeit Lindas, in der ein zusätzlicher Grundstein für ihre Sucht gelegt wird. Der Autor hat die Protagonistin durch und durch labil und überzeugend charakterisiert und es mir oft nicht leichtgemacht, sie zu mögen oder zu akzeptieren. Allerdings hatte ich auch Mitleid mit ihr und sie hat mich berührt.
Viele verschiedene Spuren, denen die Ermittler nachgehen, lassen rätseln und machen die Geschichte vielseitig und lebendig. Ich habe mich bestens unterhalten und wurde überrascht von der Auflösung.

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