Dienstag, 5. Mai 2026

Home Before Dark / Eva Björg Aegisdottir

UNGLÜCKLICHER AUFBAU 

Bewertung: ★★★☆☆



Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer älteren Schwester kehrt Marsibil Karvelsdottir in das Dorf, in dem sie aufwuchs, zurück. Die junge Frau lebt heute in Reykjavik und hat immer wieder wirre Träume, die mit dem Verschwinden von Stina zusammenhängen könnten. 

Stina verschwand damals genau an dem Ort, an dem eigentlich Marsi hätte sein sollen. Die damals 15-jährige Marsi hatte an der Brücke mit einem heimlichen Brieffreund abgemacht, das Treffen jedoch aus Nervosität platzen lassen. Und genau dort bei der Brücke wurde Stunden später Stinas blutverschmierte Jacke gefunden.

Nun in der Gegenwart bekommt Marsi einen Brief und macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Sie will nach all den Jahren endlich wissen, was mit Stina geschah.

Das ist das fünfte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und das bisher weitaus schlechteste. Was gleich bleibt, ist die düstere Atmosphäre in diesem Island Krimi. Man spürt die Kälte, die karge Landschaft und vor allem die mystische Stimmung regelrecht. 

Was neu ist, ist die absolut spannungslose Handlung, die vielen, endlosen Wiederholungen und die Ahnung, worauf es hinauslaufen könnte. Das kenne ich von der Autorin anders. Irgendwie zerredet die Autorin das bisschen Spannung, die zu Beginn mitläuft. So habe ich mich gefragt, ob Stina noch am Leben ist oder tatsächlich ermordet wurde. Um das herauszufinden, dreht Marsi fast jeden Stein um und das wortwörtlich. 

Viele Figuren mischen mit, immer neue Bekannte tauchen auf und das in grosser Zahl. Da die Geschichte zudem auf zwei Zeitebenen und in zwei Ich Perspektiven geführt wird, wird sie sehr komplex. Eine Komplexität, die zu Lasten der Spannung geht. Denn ständig musste ich überlegen, wer denn nun schon wieder wer ist und wo die Erzählung anknüpft. Da die beiden Ich Perspektiven aus der Sicht einer Jugendlichen (Stina) und einer jungen Erwachsenen (Marsi) sind, wird es oft pubertär. Liebeleien, Flirts, Alkohol und Partys spielen eine Rolle in diesen Perspektiven.

Dabei ist der Schreibstil nicht per se schlecht und ich weiss, dass die Autorin schreiben kann. Unglücklich empfand ich den Aufbau und die Realisierung des Plots.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen