Samstag, 11. April 2026

Tief in den Wäldern / Chevy Stevens

IRREFÜHRENDER KLAPPENTEXT

Bewertung: ★★★★☆


Hailey ist 17 Jahre alt und Vollwaise. Bis zu ihrer Volljährigkeit und ihrem Schulabschluss sieht sie sich gezwungen bei ihrer Tante Lana und deren Mann Vaughn zu leben. Vaughn arbeitet bei der örtlichen Polizei von Cold Creek und hält Haileys Zügel straff. Denn in der Gegend rund um den Highway sind in den letzten Jahren unzählige junge Mädchen verschwunden. 

Das letzte Opfer des Serientäters war eine Freundin von Hailey und ein Verdacht betreffend Identität des Täters lässt sie den Ort mit anderen Augen ansehen und abtauchen.

Ein Jahr nach Haileys Flucht kommt Beth nach Cod Creek und sie kommt dem Mörder nah...zu nah.

Der Titel passt hervorragend, handelt doch die Geschichte in Kanadas Weite. Das Städtchen Cold Creek ist eingebettet in einem riesigen Waldgebiet und die Bewohner haben es mit harten Wintern mit viel Schnee und unzähligen, gefährlichen Wildtieren zu tun. Dazu kommt ein Mörder, der die undurchdringliche Landschaft für seine Zwecke nutzt. Die Offenbarung, wer dieser Serientäter ist, wird eher nebenbei erzählt und ist hervorragend geschrieben. Als ich den Abschnitt gelesen hatte, habe ich gestaunt, dass die Autorin dies so beiläufig erwähnt. Ich musste diese Passage noch einmal lesen und bewundere ihren Mut für diese Art der Auflösung.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert und Chevy Stevens lässt die erste Hälfte mit einem fiesen Cliffhanger enden. Der erste Teil zeigt die Sicht von Hayley, die nach dem Tod des Vaters bei ihrer Tante und dem Polizeichef von Cold Creek aufwachsen muss. Hier ist auch das stärkste Stück Thriller enthalten. Denn "Onkel" Vaughn drangsaliert Hailey, wo er nur kann. Machtdemonstrationen, überhebliche Gebaren und Unterdrückung auf die junge Frau inklusive.

Teilweise konnte ich Handlungen der Protagonistinnen Hayley, Beth und Amber nicht nachvollziehen. Seit Jahren werden in der Gegend junge Mädchen ermordet und sie kitzeln die Gefahr regelrecht heraus. Indem sie nachts auf der berüchtigten Strecke alleine mit dem Bike unterwegs sind, alleine im Auto campieren oder mit flüchtig bekannten Personen mitfahren. 

Ganz oft hatte ich zudem den Eindruck, das es in dieser Geschichte mehr um Survival Wissen und Kanadas schöne und gefährliche Natur geht als um die Morde. Es ist nicht so, dass mir die Geschichte nicht gefallen hätte. Es ist eher so, dass ich eine ganz andere Geschichte bekommen habe als auf dem Klappentext versprochen wurde.



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