HIGHLIGHT
Bewertung: ★★★★★
Drei Nachbarsjungen spielen im Wald, direkt neben ihrem Zuhause in Trelleborg, Südschweden. Zwei kehren zurück, der achtjährige Robin verschwindet spurlos.
Polizeimeisterin Gunni Hilding, die sich in der Gegend bestens auskennt, wird überraschend in das Dezernat für Gewaltverbrechen integriert. Nicht einfach für die junge Polizistin, denn sie kennt viele der involvierten Personen von früher.
Fünf Jahre später wird wieder ein Kind vermisst und nur Gunni stellt die Parallelen zu dem Fall rund um den achtjährigen Robin her.
Dies ist der äusserst gelungene Auftakt in eine neue Thrillerreihe, die in der südlichsten Provinz von Schweden handelt. Es geht zur Sache. Skandi - Crime vom Feinsten ist nicht nur ein Werbeslogan, sondern genau das, was ich mit diesem Buch bekommen habe.
Viele falsche Spuren, die der Autor gelegt hat, haben mich durch das Buch getrieben. Wer ist für die Tat an den kleinen Jungen verantwortlich? Ist es einer der Spielkameraden oder der im Dorf bekannte Einsiedler, genannt Ekel-Bengt? Oder hat etwa der Stiefvater seine Hände im Spiel? Auch zwei junge Männer, die in der Nähe wohnen, sind äusserst verdächtig. Ebenso wie der kinderlose Mann aus der Nachbarschaft. Es ist und bleibt bis zum Schluss spannend, denn die Auflösung erfährt man erst auf den allerletzten Seiten des Buches.
Wir erleben hier, in diesem ersten Band, die Einführung in eine äusserst interessante Ermittlerin. Gunni Hilding, die sich aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas loseisen konnte, wirkt unsicher und leicht gehemmt. Damit ist sie sehr überzeugend. Denn die junge Polizeimeisterin sieht sich plötzlich mit Idolen aus ihrer Jugendzeit konfrontiert, mit denen sie nun zusammenarbeiten soll. Sie verfügt über ein unheimlich gutes Gespür für Zeugen, Verdächtige und Teammitglieder. Jetzt muss sie nur noch lernen, sich durchzusetzen und nicht vor Ehrfurcht zu erstarren. Aber das wird schon. Denn schliesslich ist das hier ja der Auftakt. Das offene Ende in ihrem Privatleben bereitet den Übergang zu Band zwei vor.
Wohltuend empfand ich den Aufbau der Geschichte. Mattias Edvardsson erzählt chronologisch und ohne komplizierte Perspektiven und Ortswechsel. Tatsächlich gibt es auch nur zwei Zeitebenen. Ein Teil handelt 1989 und der zweite Teil 1994, mit fast denselben Figuren wie zuvor. Mit dieser Einfachheit im Aufbau kann man sich völlig auf den Inhalt konzentrieren, was ich sehr geschätzt habe.
Für mich ist dieses Buch ein Highlight und ich werde mir weiter Bände vormerken.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem Blanvalet Verlag

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