PERSONA NON GRATA
Bewertung: ★★★★★
Ihr Sharing Unternehmen läuft gut, Markus und Bettina Kern sind zufrieden. Ihre Idee, dass teilen ökologischer ist als besitzen, bekommt bei vielen Zuspruch. Doch genau dieses Motto wird dem Paar zum Verhängnis. Denn Bettina wird entführt und festgehalten.
Die Folgen dieser Entführung werden im Darknet geteilt und Markus wird erpresst. Wenn er seine Frau lebend wiedersehen will, muss er tun, was von ihm verlangt wird. Als Tochter Leonie auch in diese Erpressung hineingezogen wird, sieht Markus sich vor den Trümmern seines Lebens. Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Entführer beginnt.
Was Arno Strobel hier geschrieben hat, ist harte Kost und ganz sicher nichts für sensible Leser. Roh, brutal und ein Psychoschocker par excellence.
Markus Frau und die 15-jährige Tochter Leonie werden entführt. Wie diese Entführungen ausgehen, verrate ich hier nicht. Man sollte sich aber auf einiges gefasst machen betreffend Gewalt, Erpressung und grauenhaften Situationen.
Der Carsharingbesitzer sieht sich mit einer abscheulichen Form des "Teilens" konfrontiert. Er wird aus perfiden Gründen zu einer "Persona non grata". Markus Verzweiflung, seine Ohnmacht und die Versuche seine Familie zu retten, haben etwas, was mich im Innersten getroffen hat. Kaum auszudenken, was er durchmachen muss. Dazu kommt, dass sich der Protagonist(und wir Leser) immerzu fragen muss, wem er trauen kann und wer ein falsches Spiel mit ihm spielt. Sind die Ermittler wirklich echt? Kann er seinen Schwiegereltern, einem befreundeten Paar oder der besten Freundin seiner Frau trauen? Wer verrät ihn an die Polizei, die Markus verbissen sucht?
Betroffen haben mich auch die kursiv geschriebenen Kapitel aus der Sicht der Opfer gemacht. In denen wird detailliert beschrieben, was sie erleben.
Gleichzeitig hat mich die Frage nach dem Grund des Ganzen durch das Buch getrieben. Sehr kreativ die Auflösung, die sich Herr Strobel da ausgedacht hat. Das meine ich weder ironisch noch abwertend, sondern anerkennend.
Ein Psychothriller, der mit Recht seinen Namen trägt.

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