Donnerstag, 19. Februar 2026

Trauma. Kein Entkommen / Christoph Wortberg

INTERESSANT

Bewertung: ★★★★☆



München ächzt unter der Hitzewelle und Hauptkommissarin Katja Sand hat es nicht nur mit der Pubertät ihrer Tochter zu tun. Sie arbeitet auch noch an zwei besonders kniffligen Fällen und muss diese aufklären. 

An einem Baggersee findet ein junges Pärchen einen toten Mann und kurz darauf wird in einem Wald ein entsorgter Kühlschrank gefunden. Darin ist ein Mann qualvoll zu Tode gekommen. 

Die Identifizierung zeigt, dass beide Opfer unter einem Trauma gelitten haben und beide haben seinerzeit bei der Bundesmarine Dienst getan.

Die Geschichte startet brutal. Ein kleines Kind, das mit einem gewalttätigen und krankhaft agierenden Vater aufwächst. Die Mutter wird genauso drangsaliert wie das Kind. Diese Rückblicke werden lose durch das Buch immer wieder eingeschoben. Es ist sofort klar, dass dieses kleine Kind irgendeine Verbindung mit den Morden in der Gegenwart hat. 

Diese Rückblicke, die sehr roh sind, haben bei mir wortwörtlich Gänsehaut ausgelöst. Gänsehaut, die sich eigentlich eher bei den Morden in der Gegenwart zeigen sollte. Der Mord am Baggersee und der Mord im Wald gingen jedoch bei Katja Sands Problemen mit ihrer 15-jährigen Tochter völlig unter. Katja hat sich dann auch gleich zu Beginn einige meiner Sympathien mit einer wirklich dämlichen Aktion verdorben. Sie versucht nämlich ihre Tochter vor ihrem Freund "zu retten" und missbraucht dabei ihre beruflichen Möglichkeiten. Dass die 15-Jährige da nicht mehr auf die Barrikaden steigt, hat mich erstaunt.

Interessant (man merke...nicht spannend) fand ich den Bezug der Morde zu erlittenen Traumata. Der Schreibstil hat mir gefallen. Christoph Wortberg hat einen gut zu lesenden Stil. Die Überführung des Täters ist aussergewöhnlich fantasievoll, sein Motiv habe ich aber leider nicht ganz verstanden.

Dies ist der Reihenauftakt und ich denke, die weiteren Bände werde ich mir auch noch genauer ansehen.

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