Mittwoch, 28. Januar 2026

Good Night, Pretty Girl / Alex Finlay

GUTER PLOT

Bewertung: ★★★★☆



An Silvester 1999 werden in einer Videothek in Linden, New Jersey, die Angestellten überfallen. Dabei verlieren drei junge Mädchen, die als Aushilfe dort angestellt waren, ihr Leben. Das vierte Mädchen überlebt.

Im April 2015, also 15 Jahre später, wird in derselben Kleinstadt eine Eisdiele überfallen. Wieder sterben drei Mädchen. Dem vierten, anwesenden Mädchen hat der Mörder "Good Night, Pretty Girl" ins Ohr geflüstert, bevor er sich aus dem Staub gemacht hat.

Viele Parallelen zwischen den beiden Überfällen lassen den Verdacht zu, dass derselbe Mörder wieder zugeschlagen hat. Der Verdächtige konnte damals fliehen, sein Bruder lebt aber immer noch in Linden.

Special Agent Sarah Keller vom FBI bekommt von ihm und der Therapeutin Ella Monroe Hilfe bei der Jagd auf den Mörder.

Eine FBI Agentin, ein Anwalt, eine Therapeutin und eine Jugendliche ... das ist die Mischung der Figuren, die involviert sind bei der Jagd nach dem Mörder. Diese Mischung fand ich extrem vielseitig und neuartig. 

Zwei Fälle, zwei Zeitebenen und etliche Figuren und ihre Lebensumstände machen den Einstieg in die Geschichte anspruchsvoll. Der Autor, der unter dem Pseudonym Alex Finlay schreibt, hat die Seite der Justiz grosszügig eingearbeitet. Er arbeitet nämlich im wahren Leben als bekannter Anwalt in New York und tobt sich gerade an der Figur des Anwalts Chris Ford richtig aus. Dessen Arbeit wird manchmal etwas ausschweifend beschrieben. Zudem detailliert und das, obwohl diese Erörterungen nicht immer etwas mit den Morden zu tun haben. 

FBI Agentin Sarah Keller, die im achten Monat schwanger mit Zwillingen ist, empfand ich nicht so realistisch charakterisiert. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Frau zu diesem Zeitpunkt (noch dazu mit Zwillingen) der Schwangerschaft so agil und wendig ihrem anspruchsvollen und körperlich anstrengenden Job nachgeht.

Die interessanteste Figur ist meiner Meinung nach Therapeutin Ella Monroe, deren persönlichen Erfahrungen bei den Ermittlungen mit einfliessen. Nicht recht zu fassen, wie Jugendliche nun mal sind, war für mich das überlebende vierte Mädchen beim Überfall in der Gegenwart. Jesse Duvall ist geheimnisumwittert charakterisiert und schwer einzuschätzen.

Die verschiedenen Zeitebenen, die beiden ähnlich gelagerten Fälle und teilweise Figuren, die 1999 und 2015 mitspielen, machen die Geschichte nicht nur anspruchsvoll, sondern teilweise auch undurchsichtig. Es war so, dass ich zeitweise Mühe hatte Informationen einzuordnen. Ich musste manchmal überlegen, was bei welchem Überfall geschehen ist. Die Perspektiven aus der Sicht von Jesse, Ella, Sarah und Chris wechseln regelmässig. Da sie zudem sehr oft auch persönliche Gegebenheiten enthalten, ist es schon viel Stoff. Andererseits ergeben die vier Sichtweisen und die Zusammenarbeit der völlig unterschiedlichen Figuren eine vielseitige und interessante Mischung.

Alex Finlay hat einen spannenden Thriller mit einem guten Plot geschaffen. Mir hat die Geschichte abgesehen von wenigen, oben erwähnten, Kritikpunkten gefallen.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Goldmann Verlag und dem Bloggerportal.


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