MÄSSIG LUSTIG
Bewertung: ★★★☆☆
Es geht alles schief, was nur schiefgehen kann. Erst wird der Flug gestrichen, dann muss Livius Reimer sich auch noch den Mietwagen mit einer jungen Frau teilen. Einer Mitfahrerin, der er unter anderen Umständen aus dem Weg gegangen wäre.
Livius muss dringend nach Berlin, um seine Ehe mit Yvonne zu retten und ist dementsprechend in Eile.
Doch seine Mitfahrerin Lea von Armin lässt sich nicht stressen. Sie schlägt ihm sogar vor, so zu tun, als wäre genau dieser Tag der letzte ihres Lebens.
Da ich in letzter Zeit mit den Thrillern von Sebastian Fitzek kein gutes Händchen hatte, habe ich mir gedacht, ich versuche es einmal mit einem seiner "Kein Thriller" Bücher. Was soll ich sagen? Herr Fitzek und ich, das ist wohl einfach nicht kompatibel, weder in "Thriller" noch in "kein Thriller".
Gefallen hat mir die Geschichte rund um den Roadtrip von Lea und Livius eigentlich schon. Mich hat der krampfhaft lustige Humor aber leider nicht erreicht. Tatsächlich habe ich durch das ganze Buch nur ein einziges Mal gegrinst. Das war bei der Szene, in dem das ungleiche Pärchen in einem Massagesalon landet, um die Muskeln zu lockern. Da haben sich kurz meine Lachmuskeln gelockert. Für die gewollt lustigen Dialoge, zwischen Lea und Livius, hatte ich bedauerlicherweise oft nur ein müdes Lächeln übrig.
Die Handlung dreht sich das ganze Buch über um absurde Aktionen, die Lea und Livius sich so ausdenken und die teilweise eher gemein als lustig sind. Wie zum Beispiel ins Altersheim marschieren und dort mit einer Art Enkeltrick die Pensionäre durcheinander bringen.
Meine Schwierigkeiten hatte ich auch mit den Protagonisten. Lea von Armin hält Wesentliches geheim vor ihrem Mitfahrer. Sie ist respektlos, arrogant und hat konstant eine grosse Klappe. Sie hat mich irgendwann nur noch genervt.
Livius, der als Lehrer die Weisheit mit Löffeln gegessen hat, ist eigentlich ein angepasster Duckmäuser, der sich gross gibt. Deswegen braucht er auch starke Frauen an seiner Seite. Einerseits seine omnipräsente Exfrau Yvonne. Oder eben die rotzfreche Göre Lea, der noch rasch ein Schicksal angedichtet wird, um sie sympathischer zu machen. Hat leider nicht funktioniert..
Das Ende der Geschichte hat einiges gerettet an meiner Bewertung. Berührend, tiefgründig und dicht empfand ich den Schluss.

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