Montag, 5. Januar 2026

Blind Date / Joy Fielding

GENREMIX

Bewertung: ★★★★☆



Auf einem Datingportal versuchen Frauen ihren Mister Right zu finden. Sie ahnen nicht, dass sich ein Serienmörder genau dort sein nächstes Opfer sucht.

 Als Mr. Right Now macht der Täter sich an alleinstehende Frauen heran, vereinbart mit ihnen ein Date und tötet sie anschliessend. 

Auch Paige, die von ihrem Exfreund Noah betrogen wurde, sucht ein neues Glück per Datingportal. 

Ohne zu ahnen, dass Mr. Right Now Paige im Visier hat, melden sich ihre Mutter Joan, ihre beste Freundin Chloe und Cousine Heather ebenfalls an.

Wie gewohnt mischt Joy Fielding Liebe, Glamour und Morde zu einer Geschichte, die mit Recht nicht die Genreeinteilung Thriller trägt. Obwohl gemordet wird, macht das nur einen kleinen Anteil der Story aus. Manchmal entwickelt sich das Ganze fast in Richtung Denver-Clan. Intrigen, Seitensprünge, Trennungen und Partnerwechsel inklusive. Der Serientäter, der auf Datingportalen seine Opfer sucht, ist jedoch immer wieder präsent. Die Mischung fand ich sehr abwechslungsreich und hat mir gut gefallen. Die Verfolgung des Täters steht klar nicht im Fokus und damit hebt sich diese Geschichte vom üblichen Thriller-Schema ab.

Das Grauen auf ein Thriller-Level heben die Kapitel, in denen der Serientäter in  Ich-Perspektive erzählt. Grausig, was so in seinem Kopf vor sich geht. Die Taten sind da eher sachlich beschrieben und sie triefen nicht vor Blut. Gefallen hat mir, wie Joy Fielding mit überraschenden Wendungen auftrumpft. Genau zum richtigen Zeitpunkt und dann, als die Geschichte beginnt sich im Kreis zu drehen. Weniger gefallen hat mir, wie klischeehaft die Figuren teilweise charakterisiert wurden. Noah zum Beispiel, der Exfreund von Paige, weicht nicht 5 Millimeter von seiner klischeehaften Charakterisierung ab und wurde dadurch leicht langweilig. Dasselbe bei Sam, einer Datingbekanntschaft von Paige oder Matt, dem Ehemann von Chloe. Tatsächlich kommen, wie oft bei Joy Fielding, die männlichen Figuren nicht gut weg und sind zudem arg schwarzweiss gestaltet.

Hervorragend hat mir das Ende gefallen, das unüblich für einen Thriller endet, aber sehr kreativ ist. 

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