Donnerstag, 1. Januar 2026

Das Böse nebenan / Sharon Bolton

PLOT -TWISTS

Bewertung: ★★★★☆



In der Kleinstadt St. Abel's Chapel sind in den letzten Jahren drei Sechzehnjährige spurlos verschwunden. Jedes Mädchen verschwand jeweils nach einer Feier der Kirchengemeinde des Ortes. 

Anna Brown, die gerade nach St.Abel's Chapel gezogen ist und die örtliche Bäckerei übernommen hat, berät eine Kundin und ihre Eltern für die Geburtstagstorte des nahenden 16. Geburtstag.

Am nächsten Tag ist auch dieses junge Mädchen verschwunden. Anna bekommt es mit der Angst zu tun, auch da sie sich ständig beobachtet fühlt.

Sharon Bolton hat mich gleich dreimal überraschen können. Dreimal hat sie betreffend Identität der Figuren bei mir den WoW Effekt ausgelöst. Ich habe jede der drei falschen Identitäten nicht kommen sehen und das hat einiges an meiner Bewertung aufpoliert. In der ersten Hälfte ist die Story nämlich ansonsten leider ab und zu langatmig. 

Die Geschichte handelt in einer Kleinstadt, in der seltsame Dinge geschehen und der Verdacht aufkommt, dass alle wegsehen und niemand so genau hinschaut. Hier kommt die Ich-Erzählung einer Figur zu tragen, die schon längere Zeit in St. Abel's Chapel lebt. Man erfährt die Sicht der Dinge nämlich aus deren Perspektive. Hier hätte die Story ein oder zwei Thriller-Elemente vertragen. Denn was diese Figur erzählt, plätschert bedauerlicherweise vor sich hin. 

Da kann auch die Tatsache, dass eine Sechzehnjährige verschwindet, nicht viel daran retten. Denn dieses Verschwinden wird enttäuschenderweise zu wenig eindringlich erzählt, sondern geschieht eher nebenbei. Der Grund dafür ist eindeutig der sehr starke und emotionsgeladene Strang der Vergangenheit einer Schlüsselfigur, der 80 E-Book Seiten lang völlig unabhängig neben der Hauptgeschichte läuft. Für mich war diese Nebenhandlung das Highlight des Buches. Ein jugendlicher Straftäter, der psychologisch hervorragend ausgearbeitet wurde und dessen ...sagen wir mal...Taten mich mitgenommen haben.

Ich honoriere das Setting, ein Reihenhaus mit papierdünnen Wänden. In dem die Bäckerin Anna Brown, die in Ich Perspektive erzählende Figur und im dritten Haus ein Möchtegern-Casanova leben. Mir hat auch sehr der Plot und die damit verbundenen Plot-Twists gefallen. Wenn nun Sharon Bolton noch das erste Drittel der Geschichte etwas weniger langatmig und spannender gestaltet hätte, wäre ich vollauf zufrieden gewesen.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem Goldmann Verlag.

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