Dienstag, 20. Dezember 2022

Als sie ging / Michael Baron

EINE WELT ZERBRICHT!

Bewertung: ★★★★☆



Die Welt bricht für Gerry zusammen, als seine Ehefrau Maureen stirbt. Kurz zuvor sind sie erneut Eltern geworden und nun steht Gerry mit dem Baby allein da. Vor dem Tod von Maureen ist die 17-jährige Tochter Tanja von zu Hause ausgezogen, gegen den Willen der Eltern.

Tanja will mit ihrem Freund Mike die Welt entdecken und hat alle Brücken hinter sich abgebrochen. Gerry kann keinerlei Kontakt zu ihr herstellen und er macht sich grosse Sorgen um den Teenager.

Doch auch das Leben mit dem jetzt mutterlosen Reese stellt ihn vor eine grosse Herausforderung in seinem Leben.


Eine Mutter stirbt kurz nach der Geburt ihres Babys und eine 17-Jährige reisst aus? 

Ich habe eine emotionale und berührende Geschichte erwartet, als ich den Klappentext gelesen habe. Tatsächlich hat mich die Geschichte sehr berührt, doch ganz anders als gedacht.

Der Erzähler Gerry erzählt durch das ganze Buch in Ich Perspektive und dies, ohne rührselig zu werden. Der Tod seiner geliebten Frau wird in ein paar Sätzen abgehandelt und er wendet sich seiner neuen Aufgabe zu. Als alleinerziehender Vater muss er sich um den kleinen Reese kümmern und macht dies in einer zupackenden Art. Für sentimentale Gedanken ist kein Platz in Gerrys Leben. Es gibt ruhige Stunden, vor allem nachts, in denen er ins Grübeln gerät. Doch auch diese Gedanken sind eher pragmatisch.

Gerry ist ein grosser Baseball Fan und seine Mannschaft, die Yankees, seine Leidenschaft. Dieses Thema wird phasenweise zu ausschweifend erörtert und mir war es relativ egal, wer denn nun welches Spiel gewinnt oder welcher Spieler gerade nicht in Topform ist.

Die Ungewissheit, wo die 17-jährige Tanja steckt und die Verzweiflung darüber, empfand ich als authentisch und bei weitem emotionaler als der Verlust von Maureen. Zeitweise liegt der Fokus sehr darauf und Gerry schreibt ein Tagebuch für seine Tochter, in der er seine Gefühle ausdrückt. Ausschnitte daraus sind kursiv eingefügt.

Schritt für Schritt erfährt man als Leser, wie sich Gerry ins Leben als alleinerziehender Vater und Witwer kämpft. Dabei zieht er sich oft ins Schneckenhaus zurück, macht aber auch bedeutungsvolle Schritte Richtung Zukunft.

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