ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT
Bewertung: ★★★★☆
Es ist schon Mutternacht. Jen Brotherhood wartet auf ihren Sohn. Sie steht am Fenster und sieht den 17-jährigen Todd nahen. Er kreuzt den Weg mit einem Mann, zieht ein Messer und ersticht diesen skrupellos. Jen ist entsetzt, stellt ihn sofort zur Rede. Doch Todd schweigt und er wird festgenommen.
Jen und Kerry haben eine unruhige Nacht, machen sich Sorgen um Todd. Verzweifelt überlegen sie, weshalb ihr sanfter, ruhiger Sohn einen Menschen ermordet hat. Nach dieser aufreibenden Nacht erwacht Jen und ist im Gestern. Nach jeder Nacht springt sie einen Tag zurück und versucht in der Vergangenheit herauszufinden, was der Auslöser für dieses Verbrechen war, das ihr Sohn begangen hat.
Was für eine interessante Idee. Eine Mutter macht eine Reise in die Vergangenheit und versucht herauszufinden, weshalb ihr Sohn gemordet hat. Dies immer mit dem Wissen, dass die Tat begangen wurde. Akribisch seziert sie Szenen, Begegnungen und Verhaltensweisen ihres Sohnes.
Dabei versucht sie den Punkt zu finden, als die Weichen für den Mord gestellt wurden. Dabei hinterfragt sie auch ihren Umgang mit dem einzigen Kind. Bedauerlicherweise zieht sich das Ganze ziemlich und es hat bis Mitte Buch wenige Passagen, die mich so richtig fesseln konnten. Manchmal ist es zudem echt langweilig Jen beim Wälzen ihrer düsteren Gedanken zuzulesen. Vor allem da sie Tendenz hat vieles hin und her zu drehen und lange zu benötigen, um auf den Punkt zu kommen.
Gefallen hat mir die Idee, dass Jen in der Vergangenheit an ein paar Schräubchen zu drehen versucht, um die Zukunft anders zu gestalten. Oder anders gesagt: wie sehr beeinflussen Entscheidungen und Zufälle über die Zukunft? Auch die Frage, ob sie als Mutter in der Erziehung oder ihrem Verhalten etwas anders hätte machen können, damit ihr Sohn nicht zum Mörder wird, ist interessant.
Die Autorin beginnt mit der Geschichte in der Gegenwart (Tag Null) und springt dann immer mehr zurück, bis sie bei Tag 7230 angelangt ist. Dabei weiss Jen immer, was zuvor geschehen ist. Sie erlebt also die Vergangenheit mit dem Wissen der Zukunft. Tönt futuristisch, ist aber so selbstverständlich in die Story integriert, dass es mich nie gestört hat. Zum Schluss wird es überraschend. Ob Jen die Zukunft verändern kann, verrate ich hier natürlich nicht.

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