Montag, 5. Oktober 2026

Am Ende des Schweigens / Charlotte Link

SCHWERGEWICHT!

Bewertung: ★★★★☆



Alexander, Tim und Leon sind schon lange befreundet und verbringen mit ihren Familien die Osterferien in Stanbury House, in Yorkshire. Das Haus, das eigentlich Leons Frau Patricia gehört, ist seit Jahren fester Bestandteil in den Ferien der befreundeten Familien.

Als gegen Ende der Ferien Alexanders Frau Jessica nach einem Spaziergang zum Feriendomizil zurückkehrt, liegt eine unheimliche Ruhe über dem Gebäude. Mit Entsetzen entdeckt sie, dass ihre Freunde ermordet wurden. Die herbeigerufene Polizei findet nur Evelin, versteckt in einem Badezimmer. Ist sie die Einzige, die das Massaker überlebt hat?

Schnell wird ein Mann verdächtigt, der Ansprüche auf Stanbury House angemeldet hatte. Ist er der Mörder?

Dieses Buch ist wahrlich ein Schwergewicht. Mit 671 Seiten enthält es eine Geschichte der umfangreicheren Sorte. Ich bin ja sehr oft skeptisch, wenn ich so dicke Bücher beginne. Sehr oft sind diese dann leider auch langatmig und enthalten viele Wiederholungen. Doch nicht bei Charlotte Link. 

In drei Teilen erzählt sie die Story von drei Familien. Die Männer, Tim, Leon und Alexander sind seit Schulzeiten miteinander befreundet. Sie verbringen ihre Osterferien seit Jahren zusammen in Yorkshire. In einem Haus, das Leons Frau gehört. Mit dabei sind zudem Leons Töchter, Alexanders pubertierende Tochter aus erster Ehe, sowie seine neue Ehefrau Jessica und Tims Frau Evelin. Von Beginn weg weiss man vom Klappentext und aus dem Prolog, das sie bis auf drei, alle dort in Stanbury House getötet werden. 

Schon nach wenigen Seiten wandelt sich die Idylle und das Massaker rückt ins Zentrum. Ab da waberte die Frage mit wer getötet hat. Verschiedene Möglichkeiten in der Täterfrage halten das Ganze spannend. Ich habe es nachvollziehen können, weshalb da jemand durchgedrehte. Was da alles unter dem Deckmantel "Freundschaft" abgeht, ist Psychothriller pur. Erzählerinnen sind Jessica, Alexanders zweite Frau und seine 15-jährige Tochter Ricarda.

Ich weiss nicht, wie es Frau Link schafft, dass ich bei so vielen Figuren auf einen Schlag und ohne Personenliste die Figuren nicht verwechsle. Sehr schnell konnte ich die im Urlaub anwesenden Figuren, sechs Erwachsene, ein Teenager und zwei Kinder, sowie mehrere Nebenfiguren, richtig einordnen.

Im ersten Drittel der Geschichte benötigt man Geduld. In dem Teil geht es oft um die Beziehungen untereinander und ihre Abneigungen gegeneinander. Man merkt, das nicht alles Gold ist, was da unter dem Deckmantel Freundschaft so glänzt. Dieser Teil zieht sich ganz schön.

Dann in Teil zwei wird es fesselnder und die Zeit nach dem Massenmord bricht an. Das Motiv für die Taten und die Figur, die getötet hat, ist zwar klischeehaft, jedoch stimmig.

Charlotte Link versteht es gut ihre Leser auch bei über 600 Seiten bei der Stange zu halten. Die Nebengeschichten sind genauso unterhaltsam und fesselnd wie die Hauptstory.




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