MEHR TIEFE...
Bewertung: ★★★★☆
Eine entsetzliche Tat verändert das Leben von Dr. Marc Seidman grundlegend. Eines Morgens wird seine Familie in ihrem Haus überfallen. Seine Frau Monica stirbt bei dem Überfall, das sechs Monate alte Töchterchen Tara wird entführt und Marc überlebt schwer verletzt.
12 Tage liegt er daraufhin bewusstlos im Krankenhaus. Kaum erwacht, trifft eine Lösegeldforderung für Tara ein. Als die Lösegeldübergabe schiefgeht, ist Marc verzweifelt. Doch er bekommt eine zweite Chance Tara wieder zu bekommen.
Denn eine zweite Forderung, 18 Monate später, trifft ein, Marc will die Forderungen der Erpresser erfüllen: Keine Polizei und kein Aufsehen. Hilfe holt er sich einzig bei einer alten Freundin, die früher für das FBI gearbeitet hat. Doch genau damit gerät Marc in den Fokus der Polizei...
Harlan Coben ist bekannt für fesselnde Geschichten, die oft im Familienmilieu handeln. Auch in "Keine zweite Chance" steht eine Familientragödie im Mittelpunkt. Familie Seidman wird überfallen und dabei wird die Ehefrau und Mutter getötet und das Baby entführt.
Marc, der Ehemann und Vater, versucht das ganze Elend aufzudröseln und wenigstens seine Tochter wiederzubekommen. Marc Seidman, Arzt von Beruf, war mir zu unnahbar charakterisiert. Nahezu durch die ganze Geschichte wirkte er kühl und distanziert. Ich habe ihm seine Trauer, die er auch bei Eheproblemen, zumindest minimal haben dürfte, nicht abgenommen. Ich habe auch keinerlei Schock, wie er nach einem solchen Überfall doch unweigerlich da sein sollte, erkennen können. Und die Angst um Tara war dürftig vorhanden. Da hätte der Autor mehr in die Tiefe gehen dürfen.
Spannend empfand ich das Buch schon. Denn die Frage, ob Tara noch lebt oder nicht, steht praktisch durch die ganze Geschichte im Raum. Da wollte ich schon wissen, was genau geschehen ist.
Gegen Schluss wird es richtig rasant und die Handlung geht in eine ungeahnte Richtung. Tatsächlich habe ich gegen Schluss richtig mitgefiebert. Genau eine solche mitreissende Handlung mag ich in Thrillern und da hat der Autor mich nicht enttäuscht.

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