23 ERFAHRUNGEN...
Bewertung: ★★★★☆
Von seinem vierzehnten bis zu seinem vierundzwanzigsten Lebensjahr war Albert Espinosa krebskrank.
Während seiner Erkrankung wurde eines seiner Beine amputiert, er verlor einen Lungenflügel und Teile seiner Leber. Seinen Humor und die Hoffnung hat er hingegen nie verloren.
Im Krankenhaus gründet er den Club der roten Bänder und nimmt mit der Gruppe der Haarigen den Kampf gegen einen, manchmal unschlagbaren, Gegner auf: den Krebs.
Im Vorwort beschreibt der spanische Schauspieler Eloy Azoryn den Autor und Regisseur Albert Espinosa. Hier wird schnell klar, dass dieser ein aussergewöhnlicher Mensch ist. Vor allem ein Mensch, der es gewohnt ist zu kämpfen und über sehr viel Menschenkenntnisse verfügt.
Dieses Buch ist keine Geschichte und enthält keine aufbauende Handlung. Am ehesten würde ich die Geschichte in "Tatsachenberichte" einreihen. Wobei es auch da nicht ganz richtig an seinem Platz scheint.
Ist es ein Selbsthilfebuch?
Egal, ich erzähle euch lieber, wie ich mich beim Lesen und vor allem danach gefühlt habe. Ich war beeindruckt und riesig froh, an keiner lebensbedrohlichen Krankheit leiden zu müssen.
Mir gingen einige der 23 Erfahrungen, die Albert Espinosa beschreibt und so erlebt hat, unter die Haut. Ich denke, es ist essentiell die Serie "Der Club der roten Bänder" gesehen zu haben. So kann man mit gewissen Ausdrücken (Zum Beispiel "Die Gelben") etwas anfangen. Dieser Ausdruck wird nämlich erst in einem der letzten Kapitel erklärt, findet jedoch zuvor immer wieder Erwähnung.
Mir haben teilweise "handfeste" Erlebnisse gefehlt. Oft sind die Lebensweisheiten etwas abstrakt und hätten mit Beispielen, Erlebnissen oder Erzählungen aus dem Gesundheitsprozess oder dem Krankenhausleben mehr Tiefe bekommen. So sind es oft Ratschläge und Tipps im Umgang mit Pflegern, der Arztgefolgschaft und der Krankheit, was ja grundsätzlich gut ist. Anschaulicher wäre das Ganze mit Passagen, die diese untermalen, gewesen.
Ab und zu ist der Humor nah an der Grenze makaber zu sein. Das ist etwas, was mir grundsätzlich gefällt und da eigene Gedanken vom damals krebskranken Albert Esposina einfliessen, willkommen.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Goldmann Verlag und dem Bloggerportal.

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