HABE MEHR ERWARTET...
Bewertung: ★★★☆☆
1993 macht ein Patient einer psychiatrischen Klinik einen grausigen Fund. Eine junge Tote liegt am Ufer eines Sees, sie wurde ermordet.
Kommissar Roger Björling und seine Kollegin Johanna finden heraus, dass die junge Frau wohl vor ihrem Tod lange gefangen gehalten wurde. Der Täter kann nicht ermittelt werden.
Später, nachdem Björlings Frau Maria ihrer Krankheit erlegen ist und er Tochter Malin alleine erziehen muss, verschwindet diese spurlos. Sie war auf einem Campingausflug mit ihrem neuen Freund, ohne das Wissen ihres Vaters, und kehrt von dem Wochenende nicht zurück.
Björling ist verzweifelt. Denn Malin ist nach dem Tod seiner Frau das Einzige, das ihm geblieben ist. Ihn beschleicht der Verdacht, dass der zurückliegende Fall und das Verschwinden von Malin zusammenhängen....
Dieses Buch wurde mit dem schwedischen Krimipreis 2024 ausgezeichnet und ich kann das nicht so ganz nachvollziehen. Die Geschichte hat doch einige Längen und das bis zu dem Zeitpunkt, an dem Malin verschwindet und Björling persönlich involviert ist. Davor plätschert das Ganze eher eintönig vor sich hin.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Malin, ihr Vater Björling und seine Kollegin Johanna. Vor allem die Kapitel rund um Malin fand ich geschickt eingeflochten. Kann man doch ihr Leben kurz vor und nach dem Verschwinden, bei dem ich natürlich nicht verrate, ob freiwillig oder unfreiwillig, verfolgen. Das war schon Krimi pur.
Roger Björling zerbricht fast am Verschwinden seiner Tochter. Was er fühlt, wie er leidet, ist die starke Seite der Geschichte. Absolut authentisch. Der Kommissar musste schon seine Frau Maria beerdigen. Nicht zu wissen, was mit seiner Tochter geschah und das monatelang, treibt ihn fast in den Wahnsinn. Wohl deshalb hat er immer wieder Erscheinungen. Maria, die ihm Tipps, Ratschläge und Ermahnungen gibt. Mit solchen Geistererscheinungen habe ich eher Mühe.
Seine Kollegin Johanna ist im Ort Falkenberg aufgewachsen und hatte keine einfache Vergangenheit. Immer wieder findet dies Erwähnung und hätte meiner Meinung nach minimiert oder ganz weggelassen werden dürfen. Für mich war diese Nebengeschichte ein klassischer Lückenfüller.
Absolut enttäuschend empfand ich die Auflösung. Motiv und Beweggründe des Täters finden keine Erwähnung mehr. Das Resultat, was mit Malin geschieht, wird fantasielos vom Autor dem Leser hingestellt.

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