.... ÜBERRASCHEND!
Bewertung: ★★★★★
Da sein gehyptes Buch eine Eintagsfliege war, arbeitet Autor Marcus Andersson wieder als Postbote. Seinen Traum, einen weiteren Bestseller zu schreiben, hat er jedoch noch nicht ganz aufgegeben. Deshalb sagt Marcus zu, als er von seinem Bekannten Ernst gebeten wird dessen Manuskript zu prüfen und vielleicht auch bei einem Verlag unterzubringen.
Das Buch schlägt ein wie eine Bombe. Aber Ernst Fabricius möchte nicht unter dem eigenen Namen, sondern unter einem Pseudonym veröffentlichen. Durch ein Missverständnis prangt jedoch Marcus Namen auf dem veröffentlichten Buch, es wird ein Bestseller.
Als Ernst Forderungen an Marcus stellt, verliert dieser die Kontrolle über die Situation.
Eine Story mitten aus Schweden:
Diese Geschichte handelt in der Welt der Literatur und zeigt die Geduld und den Durchhaltewillen, die ein Schriftsteller haben muss. Dies vor allem, wenn ihm nach einem gefeierten Buch nichts mehr einfällt, um nachzudoppeln. Es zeigt aber auch, wie abhängig die Autoren von wohlwollenden Rezensionen ihrer Leser oder der Buchkritiker sind.
Marcus hatte einen hochgelobten Bestseller geschrieben und ihm will nun nichts Gescheites mehr einfallen, geschweige denn gelingen. Er musste sich eine andere berufliche Perspektive suchen. Ist er aus der Not heraus so empfänglich für die Bitte seines alten Freundes Ernst? Dieser bittet ihn nämlich, für seinen Erstling die Fühler auszustrecken.
Marcus, der durchwegs aus seiner Sicht erzählt, kommt dem Leser unheimlich nahe. Ich konnte seine Gedankengänge gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt, habe ich auch verstanden, dass und wie er in diesen Schlamassel hineingerutscht ist. Plötzlich stand da sein Name, statt des vereinbarten Pseudonyms, auf dem Cover des Buches. Was sich der Protagonist gegen Schluss noch einfallen lässt, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein...
Mich hat die Richtung, in die die Geschichte geht, völlig überrascht. Auf dem Cover steht ganz klar nicht "Thriller". Etwas, was mir gefällt und mich auch beeindruckt. Bedauerlicherweise wird nämlich oft diese Genreeinteilung auf die Cover gedruckt, auch wenn der Inhalt es keinesfalls ist.
Diese Geschichte hier würde ich als Spannungsroman betiteln, auch wenn es mittendrin Opfer gibt. Tote, die ermordet wurden.
Ein Gedanke noch zu Nathalie, mit der Marcus verheiratet ist. Sie ist ein wahres Biest, von sich mehr als überzeugt und eine Nummer für sich. Nathalie hat bei mir Emotionen ausgelöst, jedoch eher negative. Ebenso Ernst, der es, wie sich am Schluss zeigt, faustdick hinter den Ohren hat.
Mit einigen überraschenden Wendungen konnte mich Ulf Kvensler begeistern.
Die Handlung enthält Lügen, Betrug, Rechtfertigungen, Trennung, Hass und ja auch Mord. Ulf Kvensler hat nach "Die Insel" und "Der Ausflug" wieder ein Buch abgeliefert, das mich fesseln konnte.
Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Bloggerportal und dem Penguin Verlag

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