Sonntag, 8. Februar 2026

Die letzte Wahl / Eric Sander

POLITTHRILLER!

Bewertung: ★★★★☆



Vater und Tochter verbringen ein Wochenende in einem Berghotel in Balderschwang, im Allgäu. Vater Nicholas Moor hat zur Bespassung von Hanna eine Drohne mitgenommen. Die Zwölfjährige lässt diese fliegen und dabei filmt die Drohne zufällig ein geheimes Treffen der Volkspartei. 

Nicholas, der als Journalist arbeitet, lässt die Sache keine Ruhe. Was hat die rechtsgerichtete Partei dort in den Bergen für ein Treffen abgehalten? 

Was hat der vor der Wahl stehende Politiker Markus Hartwig mit Deutschland vor?

Eines vorneweg: Die Politik Deutschlands ist mir wenig geläufig. Ich konnte jedoch trotzdem Parallelen zwischen der in der Geschichte vorkommende Volkspartei und einer rechtsgerichteten Partei Deutschlands erkennen. Ich versuche jedoch, dies aussen vorzulassen und rein die fiktive Geschichte zu bewerten und kommentieren.

Die Volkspartei mit seiner zentralen Figur ist extrem fremdenfeindlich. Parolen wie "Deutschland nur für Deutsche" sind an der Tagesordnung und durch den Einfluss der Partei entstehen Mitläufer, die rechtsextreme Züge tragen. 

Politthriller sind normalerweise weniger mein Fall. Eric Sander konnte mich mit seinem Politthriller jedoch packen. Sein Protagonist Nicholas Moor muss schon bald Kämpfe bei der Arbeit ausfechten, die zwar unrealistisch anmuten, es aber leider wohl nicht sind. Klar ist, dass es auch in der realen Welt Menschen gibt, die für Gerechtigkeit und ihre politischen Ansichten kämpfen. In der Geschichte wird Moor bei seinem empfindlichsten Punkt gepackt: seine Tochter Hanna.

Sehr extrem ist die Figur des Vorsitzenden der Volkspartei charakterisiert. Markus Hartwig wird im Kreis seiner Familie, der Fassade der properen Familie Deutschlands, beschrieben. Hinter den Kulissen ist aber vieles nicht so sauber, er geht fremd und seine Frau trinkt sich die ganze Misere weg. Hartwig ist sexistisch und sehr fremdenfeindlich und so beschrieben, dass man als Leser ihn einfach widerlich findet. Dabei kommt mir seine Motivation zu wenig rüber. Was will er erreichen und vor allem weswegen? Was sind die Gründe für seinen grossen Hass? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass sein Fremdenhass davon kommt, dass seine preussische Grossmutter flüchten musste. Da hätte ich mir nachvollziehbare Gründe erhofft und gewünscht.

Anders als ich Politthriller bisher eingeordnet habe, ist "Die letzte Wahl" keineswegs trocken und langatmig. Durch persönliche Probleme von Moor und den vielen Entgleisungen Hartwigs bekommt die Geschichte Leben und unterhält auch.

Mit dem Ende bin ich ganz zufrieden, auch wenn nicht alles abgeschlossen wird. So frage ich mich, wer denn die Wahl gewinnt und in welche Richtung sich das Leben von Nicholas Moor entwickeln wird. 



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