Dienstag, 1. April 2025

Ein ungezähmtes Tier / Joel Dicker

GENIALER PLOT!

Bewertung: ★★★★★


In Cologny, 4 Kilometer vom Stadtzentrum von Genf, leben zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am Waldrand, in einem luxuriösen Glaskubus als Haus, wohnen Arpad und Sophie Braun mit Sohn und Tochter. In einem nahe gelegenen Reihenhaus leben Karine und Greg Liégan mit den beiden Söhnen.

Karine und Sophie freunden sich an und deshalb ist Karine entsetzt, als sie hört, dass die Brauns von einem möglichen Einbrecher gestalkt werden. Sophies Geburtstagsfest, es ist ihr vierzigster, wird davon überschattet. Davon und von einem Raubüberfall in einen Juwelierladen in Genf.


Joel Dicker hat einen spektakulären und aufsehenerregenden Raubüberfall in Genf am 2. Juli 2022 als Vorlage für diese Geschichte genommen. Regelmässig wurden kurze Kapitel, oft nur mit wenigen Abschnitten, eingegliedert, die einen fiktiven Raubüberfall dokumentieren.

Die grosse Unbekannte, wo die Verbindung zwischen diesem Raubüberfall und der restlichen Handlung ist, hat mich durch das Buch getrieben. Die meisten Kapitel stellen die beiden Familien in den Mittelpunkt. Arpad und Sophie Braun, ein glamouröses, wohlhabendes Ehepaar, die in ihrem protzigen Glashaus sitzen und eine heile Familie darstellen mit ihren gut erzogenen Kindern. 

Daneben Karine und Greg Liégan, die ihr Reihenhaus vom Mund abgespart haben und stolz in den Genfer Vorort gezogen sind. Nur um dann festzustellen, dass die mehrheitlich reichen Nachbarn diese Reihenhäuser "die Warze" nennen. Karine ist nicht wirklich glücklich mit Greg und ihrer Situation. Ihre Kinder sind wild und oft eine Last. Jobmässig sind beide weit weg davon Karriere wie Sophie und Arpad zu machen. Karine wünscht sich Sophies Leben. Etwas, was zeitweise an Besessenheit grenzt. Greg hingegen, der als Polizist arbeitet, ist völlig vernarrt in die attraktive Sophie und er unternimmt so einiges, um ihr nahe zu sein.

Jede und jeder der Vier hat ein Geheimnis und etwas zu verbergen. Lange habe ich gerätselt auf was Joel Dicker hinauswill. Wo die Verbindung der Familien zu der Kriminalgeschichte, dem Einbruch in das Juweliergeschäft, ist? Viele Wendungen machen die Handlung fesselnd und spannend und ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen. Joel Dicker, der in Genf lebt und deshalb genau weiss wie er diese schöne Stadt am Genfersee stimmig in die Geschichte einbringt, hat mich mit seinem neusten Werk gefesselt, überrascht und lange Zeit im Dunkeln gelassen. Nach dem Zuklappen des Buches bin ich einfach nur begeistert über den Plot! Ganz grosses Kino!

Auffallend ist, dass Joel Dicker dieses Mal weniger ausschweifend schreibt und das Buch erheblich dünner ist als seine bisherigen Werke. Ich mag seinen Schreibstil, ich mochte die vielen Wendungen und ich freue mich schon jetzt auf sein nächstes Buch!

6 Kommentare:

  1. Liebe Irene,
    ich sehe gar keine Bewertung ;) Aber nachdem mich Joel Dickers Bücher bisher nicht ganz überzeugen konnten, habe ich nach Stephanie Mailer keines mehr gelesen.
    Nun habe ich hierzu aber schon einige begeisterte Rezensionen gelesen.

    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Guten Abend Martina,
      So, nun aber....Bewertung hatte ich doch glatt vergessen. Danke für die Erinnerung.
      Stephanie Mailer habe ich gelesen. Aber dieses hier hat mir auch besser gefallen als Stephanie Mailer...es ist ganz anders!
      Liebe Grüsse
      Irene

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  2. Hallo Irene!

    Da haben wir tatsächlich mal beide ein Buch gelesen :D Allerdings fiel meine Meinung hierzu deutlich schwächer aus... ich konnte mit den Figuren leider so gar nicht warm werden und auch ihre Handlungsweise empfand ich oft als so extrem weit hergeholt, dass es mich manchmal auch genervt hat, es wirkte einfach zu abstrus.
    Vom Aufbau und der Aufklärung am Ende her fand ich es aber klasse. Ich hab die ganze Zeit gerätselt, wer jetzt tatsächlich die beiden sind. Denn dass es zwei sind wusste man ja von Anfang an :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,
      Die Figuren waren gut charakterisiert, wie ich finde. Nicht unbedingt symphatisch, aber das muss ja auch nicht sein in so einem Buch. Ich fand zum Beispiel Karine obernervig.
      Bei mir spielte auch eine Menge " Heimat" mit. Ich kenne Genf sehr gut, da ich ja nicht weit von Genf lebe...
      Liebe Grüsse
      Irene

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    2. Nein, sympathisch müssen sie natürlich nicht unbedingt sein, aber ich fand ihr Verhalten zu 90 % sehr unnatürlich. Solche Menschen gibt es sicher auch, aber hier gehäuft, also dass alle vier so abstruse Denkweisen haben empfand ich beim Lesen nicht nachvollziehbar. Sowas stört mich dann schon...

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    3. Ah, okay, ich weiss was du meinst!

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