SCHULDIG ODER NICHT?
Bewertungen: ★★★★☆
Nach einer durchzechten Nacht bekommt der Student Matt Pine eine Nachricht, die sein ganzes Leben aus den Angeln hebt. Seine Eltern und seine beiden jüngeren Geschwister sind im Urlaub in Mexiko verstorben. Eine defekte Gasleitung hat die Familie im Schlaf überrascht und getötet. Die mexikanische Polizei geht von einem Unfall aus, doch das FBI hat Zweifel daran. Matt, der nach der Verhaftung seines älteren Bruders Danny endlich in Ruhe studieren konnte, sieht sich wieder den Journalisten ausgesetzt. Denn Danny, der des Mordes an seiner ehemaligen Freundin einsitzt, gelangte zu zweifelhafter Berühmtheit.
Das Leben der Familie Pine wendet sich auf eine tragische Weise, als das älteste Kind Danny, gerade mal 18 Jahre alt, verurteilt wird. Seine Eltern Liv und Evan sind von seiner Unschuld überzeugt. Seine jüngeren Geschwister Matt, Maggie und Tommy leiden seither unter der Verurteilung des Bruders. Immerzu fragt man sich als Leser, ob Danny wirklich unschuldig ist oder wegen der harten Art und Weise, wie er in die Mangel genommen wurde bei der Befragung, gestand?
Das ist die eine Seite des Thrillers. Die andere Seite rückt den Tod von Evan, Liv, Maggie und Tommy in den Mittelpunkt. Auch da tauchen rasch viele Fragen auf. War die defekte Gasleitung in dem Ferienhaus in Mexiko ein Unfall oder ein Massenmord?
Diese beiden Fälle vermischen sich mehr und mehr und der Autor hat das so gestaltet, dass ich problemlos den Ueberblick behalten konnte. Einzig die Indizien waren teilweise schwierig einzuordnen. Was ist wichtig und bahnbrechend für welchen Fall?
Der Autor, der unter dem Pseudonym Alex Finlay schreibt, ist hauptberuflich als Anwalt tätig. Das merkt man sehr gut, denn zahlreiche Finessen in der Rechtssprechung und mit Gesetzen (so hatte ich noch nie von der Reid Methode, unzulässige Vernehmungstaktik der Polizei, gehört) bestätigen das.
Der Autor startet diesen Thriller mit Karacho! Der Prolog ist ein Appetithäppchen, das Lust auf mehr macht. Die wechselnden Perspektiven, die die Sicht der Schlüsselfiguren aufzeigen, bedienen auch verschiedene Zeitebenen und machen die Handlung teilweise etwas unruhig. Oft musste ich die Figuren gedanklich für mich einsortieren, da diese doch zahlreich vertreten sind. Zudem kommt fast jede Figur noch mit persönlichem Ballast in die Handlung. Etwas, was zusätzlich erschwert hat den Blick auf die Hauptgeschichte nicht zu verlieren. Positiv aufgefallen ist mir, dass der Autor bis zum Schluss durchgehalten hat, um dem Leser Motiv und Täter zu verraten.
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